Holzrahmenbau: Wand und Hülle gemeinsam denken
Ein Holzrahmen besteht aus Ständern und horizontalen Hölzern. In Verbindung mit Beplankungen entsteht eine Wandtafel, die je nach Planung tragende und aussteifende Aufgaben übernimmt. Dämmung und weitere Schichten ergänzen diesen Aufbau. Die Lage der Wände ist daher für Grundriss und Tragwerk relevant. Öffnungen müssen mit den verbleibenden Wandbereichen abgestimmt werden. Der Informationsdienst Holz ordnet den Holzrahmenbau als eigenständiges Holzbausystem ein.
Holzskelettbau: Das Raster trägt
Beim Holzskelettbau bilden Stützen und Träger das Gerüst. Die Anordnung dieses Rasters beeinflusst Spannweiten, Öffnungen und Raumaufteilung. Ausfachende Wände und Fassaden werden darauf abgestimmt. Die räumliche Stabilität benötigt weiterhin ein geplantes Aussteifungssystem. Eine offene Gestaltung bedeutet also nicht, dass sämtliche Wände oder Verbindungen bedeutungslos für das Tragwerk sind.
Der Grundriss entscheidet mit
Soll ein großer zusammenhängender Raum entstehen oder gibt es viele getrennte Räume? Wo liegen große Verglasungen und welche Innenwände sollen später veränderbar sein? Diese Fragen helfen beim Vergleich. Entscheidend ist, welche Elemente im konkreten Entwurf tragen oder aussteifen. Eine Systembezeichnung allein erlaubt keine Zusage, dass eine bestimmte Wand später entfernt werden darf. Änderungen sind anhand der tatsächlichen Konstruktion zu prüfen.
Die Hülle bleibt bei beiden Systemen eine Aufgabe
Wärmeschutz, Luftdichtheit und Feuchteschutz müssen unabhängig vom gewählten Tragsystem funktionieren. Besonders Sockel, Geschossübergänge und Dachanschlüsse brauchen abgestimmte Details. Im Skelettbau treffen die Flächen auf das Stützen-Träger-Gerüst; im Rahmenbau werden die Wandtafeln aneinander und an andere Bauteile angeschlossen. Die Bauteilübergänge gehören deshalb in den Systemvergleich und nicht erst in die spätere Ausführung.
So wird der Vergleich für ein Projekt nutzbar
Bereiten Sie Grundriss, Geschosszahl und besondere Öffnungswünsche vor. Der Grundriss zeigt die räumlichen Anforderungen; die Geschosszahl hilft bei der Tragwerksbetrachtung; die Öffnungen markieren Stellen mit besonderen Anforderungen. Ergänzen Sie, ob Holz sichtbar bleiben soll und welcher Ausbauumfang erwartet wird. Sichtbare Knoten und Leitungen brauchen eine andere gestalterische Abstimmung als eine vollständig bekleidete Konstruktion. Ohne diese Angaben bleibt ein Bauweisenvergleich abstrakt.
Die wichtigsten Prüfstellen
| Tragprinzip | Rahmenbau: wandartige Tafeln. Skelettbau: Stützen und Träger. |
|---|---|
| Grundriss | Tragende und aussteifende Elemente im konkreten Entwurf prüfen. |
| Gebäudehülle | Schichten und Anschlüsse bei beiden Systemen vollständig planen. |
| Entscheidungsgrundlage | Nutzung, Öffnungen, Sichtbarkeit und Leistungsumfang zusammenstellen. |
Das Thema im konkreten Vorhaben
Für die weitere Planung: Holzrahmenbau und Holzständerbau, Holzskelettbau, Holzhausbau, Holz im Außenbereich: Feuchte konstruktiv begrenzen. Einen Überblick über die verschiedenen Vorhaben bietet die Holzbau-Seite für München.